Ostsee Richtung Polen im Juni 2017

Logbuch Krümel 2017
Skipper: Marga und Werner

Hallo in der Heimat,
wir sind am 3.6.2017 etwas verspätet beim KaR losgekommen, durch die Schleusen Spandau und Lehnitz sowie das Schiffshebewerk Niederfinow über die Havel-Oder-Wasserstrasse nach Oderberg gefahren.
Am nächsten Tag dann durch die Schleuse Hohensaaten West in die Hohensaaten-Friedrichstaler-Wasserstrasse eingefahren und anschließendüber die Westoder nach Stettin getuckert. Nachdem das Wetter gestern durchwachsen war, verbietet sich ein Zitat ausdem Bordbuch über das heutige Wetter, da ich Fäkalsprache mit Rücksicht auf evtl. mitlesende Kinder vermeidenmöchte.

5.6.2017 Stettin AZS.
Mast gestellt, um 16:40 war das Schiff reisefertig. Uff!



6.6.2017 Stettin AZS nach Swinemünde.
Mit gutem Wetter und Wind SO 3-6 Bft. (aus der richtigen Richtung in der richtigen Stärke, der Törn fängt gut an!)nach Swinemünde gesegelt, der Motor wurde nur für die Hafenmanöver gebraucht. Stephan kam mit seiner Black Mermaid gegen ca. 21:30 an, es gab noch diverse technische Probleme (siehe blackmermaid.de).



7.6.2017 Swinoujscie (Swinemünde) nach Dzwiwnow (Dievenow).
Nach dem Abschied von der Black Mermaid sind wir um 11:25 mit gerefften Segeln bei SO 3-4 losgefahren, später miteiner Schauerbö im Nacken das Groß geborgen und mit Badetuchgroßer Genua abgelaufen. Auf der Logge waren 9,4kn Speed zu sehen (kurz), bisheriger Spitzenwert. Später konnten wir die Genua dann wieder setzen und den Rest derStrecke gemütlich zu Ende segeln. Beim Anlegen in Dievenow kam die Sonne raus. Ein kleiner Ort, wer Fast-Foodliebt ist hier richtig!



8.6.2017 Dievenow nach Mrzeźyno (Ost-Deep).
10:55 Start, sind im Urlaubsmodus. Bei besten Bedingungen, WSW 3-5, meistens trocken und Sonne sind wir die 23nm nach Ost-Deep gesegelt. Es war bisher alles prima, nur für die Crew etwas wellig. Das Anlegemanöver war natür-lich wieder bei Regen. Die obligatorische Ortsbegehung fand dann bei Sonne statt.

 

9.6.2017 Ost-Deep nach Kolobrzeg (Kolberg)
Heute war Südwind angesagt, das heißt: Keine Welle! Dazu gab es Sonne und einen gemütlichen dreier Wind. Die ge-nau 10 nm waren in 2 Stunden bewältigt. Im Hafen sind wir dann mindestens 30 Minuten von Becken zu Becken ge-schickt worden, bis wir einen uns und dem Hafenmeister genehmen Platz hatten.
Anschließend wurde der erste Stadtspaziergang in die sehr sehenswerte Altstadt unternommen.

Heute haben wir einen Hafentag eingelegt und uns die Strandseite Kolbergs angesehen.
In Kolberg haben wir unsere Pläne umgeschmissen. Immer nur Westwind, auch in näherer Zukunft nichts anderes zu er-warten, das hat uns an der Weiterfahrt nach Osten gehindert, wir wollen Ende des Monats schließlich in Heiligenhafensein, und das liegt bekanntermaßen von uns aus im Westen.

Also am 11.6.2017 nach Divenow gekreuzt, zeitweise mit Motorunterstützung. Das Wetter hatte sonnige Abschnitte, eswurde auch wärmer. In Dievenow haben wir uns die Hafeneinfahrt angesehen. Der gleichnamige Mündungsarm derOder hat eine Strömung von 2 kn auswärts, dagegen stand der Wind mit 4-6 Bft., das gab eine Welle….
Wir sind also im Hafen geblieben und haben ausgedehnte Spaziergänge durch den Ort gemacht. Eine Tankstelle warauch nicht weit.

14.6.2017 Dievenow – Swinemünde
Am Nachmittag hatte der Wind soweit nachgelassen dass wir es riskiert haben. Nach einem spektakulären Ritt aus derDivenow konnten wir dann bei einem moderaten WNW Richtung Swinemünde segeln. Nach 2 Stunden wurde derWind dann so schwach, dass der Diesel mitschieben musste.

15.6.2017 Swinemünde – Mönkebude
Bei fast Windstille sind wir gemütlich nach Mönkebude im Stettiner Haff getuckert und haben uns mit Elke Maria undGero getroffen und einen netten Nachmittag verbracht. Die schlechte Nachricht: Elke Maria will mit dem Segeln aufhö-ren und sich ganz auf Ihre Fahrten mit Ihre MZ mit Seitenwagen konzentrieren. Das Krümelmonster, eine Delanta 80,steht also zum Verkauf.

15.6.2017 Mönkebude – Ueckermünde
Der Kurtztrip ging über 90 Minuten nur mit der Genua bei Sonne in den bekannten Stadthafen. Hier wollen wir nun bisMontag bleiben.

2 Hafentagen in Ueckermünde, der Skipper hat geschlafen (Bemerkung der Crew), außerdem war die Crew beim Friseur, abends waren wir bei einem Konzert von Paul Fogarty, einem australischen Singer/Songwriter, nett. Zum Geburtstag der Crew wurden wir freudig überrascht durch Besuch aus Berlin, Rosi und Uli waren extra gekommen und luden uns zum Frühstück ein.
Uli hat dann auch direkt nach meinem Motor geguckt, der oberflächlich aus mir nicht ersichtlichen Gründen rostet. Als Ursache hat er schnell auf galvanische Korrosion geschlossen. Durch Nachmessen der Spannungsverhältnisse wurde ein Übergangswiderstand im Hauptschalter ermittelt, der durch mehrmaliges Betätigen verschwand. Die gemessene Spannung betrug 6 mV, kleine Ursache, grosse Wirkung.
Abends haben wir 2 dann noch gut gegessen.

19.6.2017 Ueckermünde – Kummin
Es war warm (Crew) bis heiß (Skipper) und weitgehend wind arm. 4 Meilen konnten wir segeln, der Rest wurde getuckert. Beim Warten auf die Brückenöffnung haben wir ausgiebig gebadet.
Der Hafen hat sich durch neue Sanitäranlagen nochmal verbessert, immer ein guter Tip.

20.6.2017 Krummin – Peenemünde
Bei einem schönen Wind mit Stärke 3-5 aus nordwestlichen Richtungen sind wir den Peenestrom hochgekreuzt, es war sonnig, noch. Von Peenemünde hatten wir uns etwas mehr versprochen, es ist aber auch ein kleiner Ort. Zitat einer Einwohnerin: „147 Einwohner, im Augenblick keiner schwanger und soweit bekannt, liege auch keiner im Sterben.“ Es wird sich also nichts ändern.

21.6.2017 Peenemünde – Neuhof
Bei WNW 3-5 sind wir über den Greifswalder Botten in den Strelasund gekreuzt, diesen hoch und in Neuhof festgemacht (Wg. der guten Gastronomie natürlich). Das Wetter konnte man nur noch als „schattig“ bezeichnen.

22.6.2017 Neuhof – Stralsund
Bei Gewitterstimmung sind wir mit Motor zur Ziegelgrabenbrücke getuckert, 12:20 haben wir die Brücke passiert und im Stadthafen an der Nordmole festgemacht.
Harte Typen von Seglern mögen ja Ihren Spass haben, bei 5-7 und 1-2 m Welle gegenan zu segeln, wir nicht! So sind wir also eingeweht.
Die Zeit haben wir genutzt zur Ergänzung von Festem und Flüssigem. Auch das Kulturelle kam nicht zu kurz, wir haben das Ozeaneum besucht, endrucksvoll!
In diesem Hafen kann man neuerdings am Wochenende nicht mehr liegen. Seit gestern, Samstag Abend spielt gegenüber in ca. 150 m Entfernung bis jetzt, Sonntag nachmittag ununterbrochen laute Discomusik.
Ich hoffe, die müssen morgen wieder arbeiten und es hat mal ein Ende.

Wir können wohl morgen weiter nach Barhöft und hoffen dann am Dienstag eine Strecke nach Westen zu schaffen. Wie gut, dass wir nicht bis Danzig sind, wir würden noch dort hocken.

Hafen von StralsundWir melden uns jetzt schon wieder, da sich unsere Pläne geändert haben. Der Wind lässt uns nicht weg. In den nächsten Tagen, wenn man der Vorhersage traut, gibt es keinen Tag, an dem man auch nur halbwegs erträgliche Verhältnisse für Marga und mich hätte. Also nutzen wir die Option, den nächsten Crewwechsel in Stralsund vorzunehmen und bleiben im Kiez. Eigentlich wollte ich mir ja in Heiligenhafen einen neue Kuchenbude bauen lassen, den Auftrag bekommt nun eine Firma aus Ribnitz-Dammgarten, wenn es berhaupt klappt. Auch dafür, Aufmaß und Anpassen braucht man moderates Wetter. Im Moment sind wir auf Hiddensee im schönen Örtchen Kloster und geniessen die Sonne. Um uns die Zeit zu vertreiben haben wir mit Fahrrädern die Gegend erkundet. Unter Anderem sind wir an die Nordspitze der Insel geradelt. Jetzt warten wir bei schönem Wetter und zur Zeit 6 Bft. aus Ost auf die Nacht mit angesagten Böen von bis zu 9 Bft..
Die achteren Festmacher sind verdoppelt.
Es schaukelt und rappelt auch jetzt schon ganz ordentlich!

 

Hallo in der Heimat,
da intensiver Regen für mehrere Tage vorhergesagt waren, haben wir uns am 29.6.2017 von Kloster nach Barth im Barther Bodden verholt. Dank einem frischen Wind aus NNO konnten wir die ganze Strecke segeln, was uns dann auch gefreut hat. Das Wetter hat auch noch mitgespielt, die Sonne ließ sich sehen. In Barth wurde nach dem großen Regen die neue Kuchenbude aufgemessen, sie soll dann Anfang nächster Woche in Stralsund aufgebaut werden. Da wir die alte als Muster abgegeben haben, müssen wir ab jetzt auf die Wettervorhersage vertrauen, trocken und sonniger.
Die wetterbedingte Wartezeit in Barth haben wir zu einem Abstecher mit dem Dampfer nach Zingst genutzt.

04.07.2017 Barth – Wiek/Rügen
Um nicht noch länger in irgendwelchen Häfen rumzuhängen haben wir einen Abstecher in die Bodden von Rügen gemacht, bei 5-6 aus West ein schöner Trip, mit Sonne!

05.07.2017 Wiek – Kloster
Bei leichtem Westwind sind wir nach einem Frühstück im Cockpit (in der Sonne!) mal wieder nach Kloster auf die immer noch schöne Insel Hiddensee gesegelt, um gestern bei wenig Wind mit dem Motor nach Stralsund zu fahren.
Heute habe ich Marga zum Zug gebracht, sie fährt mit einem Regionalzug, der an jeder Milchkanne hält, direkt durch nach Lichterfelde.

Werner allein an Bord! Da es zur Abwechslung mal wieder regnet, sitze ich im Schiff und schreibe diesen Bericht. Ihr werdet es merken, die Lektorin fehlt. Aber falls Ihr Tippfehler findet, dürft Ihr sie immerhin behalten. In den nächsten Tagen will ich in der Nähe ein bisschen herumsegeln, Dienstag wird die neue Kuchenbude aufgebaut und am Donnerstag kommt Karl Heinz für den nächsten Abschnitt an Bord.

Viele Grüße in die Heimat
Marga und Werner

Hier ein paar Impressionen als PDF.

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